Fürsorgeverband Andelfingen

Gemeinden Adlikon, Andelfingen, Humlikon, Kleinandelfingen

ReIntegration ArbeitsProzess - Arbeit statt Fürsorge

Zunehmende Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen, fehlende Motivation auch bei Erwachsenen und häufiges Vorkommen psychicher Störungen führen zu einem steilen Anstieg bei der Anzahl der Sozialhilfeempfänger.

Diese Abhängigkeit entwickelt eine Dynamik, die auf die meisten Betroffenen kräfteraubend wirkt, den Einstieg in den Erwebsprozess oder einfach zurück ins " normale Leben" erschwert, im Einzelfall sogar verhindert.

Das Problem ist bekannt, eine Lösung zu finden scheint unmöglich. Trotzdem - es muss nach Möglichkeiten gesucht werden. Der derzeitigen Entwicklung muss entgegen gewirkt werden, denn die Sozialhilfe wird unbezahlbar. Die Behörde sucht eine Lösung im Projekt "Arbeit statt Fürsorge".

Die Fürsorgebehörde hat , basierend auf dem Gedanken, Wiedereingliederung zu vereinfachen, dem Bewusstwerden, dass für Geld gearbeitet werden muss, dem Erfahren von Eigenverantwortung , der Gewöhnung an feste Tagesstrukturen und nicht zuletzt dem Steigern der Lebensfreude, ein Konzept erarbeitet.

Schlüsselfunktion für die Umsetzung dieser Gedanken haben die Gemeindebetriebe und das private Gewerbe um in Zusammenarbeit mit den Behörden einigen Sozialhilfeempfängern wieder "auf die Beine" zu helfen.

Worum geht es?

Um Geld für Arbeit . Gemäss den SKOS-Richtlinien ist der Zweck der Sozialhilfe die materielle Existenzsicherung. Das Ziel aber ist die soziale und berufliche Integration.

Insbesondere für ausgesteuerte Personen, besteht allerdings wenig Aussicht auf eine rasche und dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt. Die klassische Sozialhilfearbeit stösst an Grenzen wo strukturelle Problemlagen, wie z.B. dauernde Erwerbslosigkeit oder fehlende bzw. falsche berufliche Qualifikation, hauptsächliche Ursache von Sozialhilfebedürftigkeit sind.

Ausgesteuerte Personen brauchen:

Die Gesellschaft hat grosses Interesse, die soziale und berufliche Integration unterstützter Personen zu fördern. Es können dadurch auch weitere soziale Kosten (Kriminalität, psychische Krankheiten, chronische finanzielle Abhängigkeit usw.) verhindert werden.

Es geht also darum, die Sozialhilfefälle nicht einfach zu verwalten sondern aktiv zu führen (auch, und vor allem im Bereich berufliche Reintegration).

Mit den neuen SKOS-Richtlinien wurde die Möglichkeit geschaffen, einerseits für integrationswillige Personen finanzielle Anreize zu geben, andererseits integrationsunwillige Personen zu „bestrafen“. Die Fürsorgebehörde hat demzufolge die Aufgabe konkrete Einsatzmöglichkeiten zur beruflichen Integration zu schaffen. In Einzelfällen hat dies in der Vergangenheit bereits zu Erfolgen geführt.

Da einerseits verschiede Bereiche wie: Entlöhnung, Versicherung, AHV usw. nicht mit genügender Klarheit gelöst werden konnten und andererseits die Zahl der in Frage kommender Personen zunimmt, entschloss sich die Fürsorgebehörde eine Projektgruppe zur Erarbeitung eines Konzeptes einzusetzen. Diese Projektgruppe erhielt den Auftrag, ein Konzept zur „Förderung“ von Arbeitsplätzen für Sozialhilfeempfänger ohne Arbeit (nicht vermittelbar) in Betrieben der Verbandsgemeinden und im Gewerbe, zu erarbeiten.

Zweck ist die materielle Existenzsicherung, Ziel die soziale und berufliche Integration

Die Projektgruppe hat ein Modell erarbeitet, das eine überzeugende Lösung darstellt. Dabei geht es um ein Beschäftigungsprogramm bei dem die entsprechenden Sozialhilfeempfänger beim Fürsorgeverband Andelfingen angestellt und bei öffentlichen Institutionen oder ortsansässigen Betrieben beschäftigt (verliehen) werden. Dabei können Problemkreise wie: Entlöhnung, Sozialabgaben, Versicherungen usw. sehr einfach und in allen Fällen gleichartig gelöst werden. Betriebe, welche bereit sind den Versuch zu wagen, haben eine vereinfachte Administration und weniger Risiko.

Fürsorge wird "Adia Interim"

Das Konzept zum Beschäftigungsprogramm „RIAP“ besteht aus einem Reglement, einer Vorlage zu den „Vereinbarungen zur Zusammenarbeit“ mit den Einsatzbetrieben und einer Vorlage für den Vertrag mit dem Sozialhilfeempfänger.

Im Reglement werden Ziele, Teilnehmerkreis, Kompetenzen, Buchhaltung, Anstellungsbedingungen, Aufgaben    und Pflichten des Einsatzbetriebes, Finanzierung und die Haftung geregelt.


In der „Vereinbarung zur Zusammenarbeit“ sind die Aufgaben und Pflichten des Einsatzbetriebes, die  Kommunikation mit dem Fürsorgeverband und die Regelungen bez. Finanzen und Versicherungen geregelt.

Der Arbeitsvertrag mit dem Fürsorgeempfänger entspricht dem normalen Arbeitsvertrag mit Angestellten des  Fürsorgeverbandes. Er wird ergänzt mit Ziel, Zweck und Dauer der Massnahme und mit den Konsequenzen  bei Nichteinhaltung des Vertrags. Der nach SKOS-Richtlinien geregelte Einkommensfreibetrag wird  entsprechend umgesetzt.

Reglement "Arbeit statt Fürsorge" zum download